Internetbetrug vermeiden - Sicher einkaufen (6. Tag)

Pro und Kontra Online-Einkauf (Folie 1)

Vielen erscheint der Einkauf im Internet nicht sicher genug oder zu kompliziert. Dabei reicht es, einige wenige Regeln einzuhalten, um zu verhindern, dass man im Onlinekauf betrogen wird.

Durch gesetzliche Bestimmungen ist der Onlineeinkauf genauso sicher, wie der Einkauf in einem Laden. Was spricht für den Online-Einkauf: Was ich hier über den Online oder Interneteinkauf sage, trifft auch für den Einkauf per Katalog zu. Wegen der hohen Druckkosten werden Kataloge immer seltener gedruckt.

PRO:
  • Preise cirka 30% niedriger als im Ladengeschäft. Häufig sind auch noch deutlich höhere Einsparungen möglich.
  • Bequemer Preis- und Leistungsvergleich.
  • Unvergleichlich größere Produktauswahl.
  • Bequemes Einkaufen von zu Hause aus.
  • Bequeme Rücksendung bei Nichtgefallen.
  • Ausführliche Produktbeschreibung ersetzt Beratungsgespräch
CONTRA:
  • Keine Möglichkeit, die Ware anzufassen oder anzuprobieren.. 
  • Preisvergleich umständlich.
  • Liefer- / Wartezeit 3-4 Tage
  • Verkäufer/innen werden arbeitslos.
  • Kein Beratungsgespräch
  • Innenstädte verwaisen
Nun, viele Kunden gehen in den Laden, lassen sich umfangreich beraten, merken sich Preis und Artikelbezeichnung und kaufen hinterher deutlich günstiger im Internet ein. Das ist natürlich legal, aber trotzdem dem Ladeninhaber gegenüber unfair. Was will man machen? Ich weiß keine Lösung außer, dass die Ladengeschäfte schließen. Der Artikelpreis im Laden setzt sich aus dem Beschaffungspreis plus den Kosten für Beratung, Verkaufsfläche und Personal zusammen. Wenn die Kunden nun immer nur in den Laden kommen, um sich beraten zu lassen, aber nichts kaufen, muss der Laden zwangsläufig Pleite machen. Meine Prognose ist, dass es in Kürze reine Beratungszentren geben wird, bei denen der Kunde Eintritt zahlen muss.

Ich selber kaufe alle Produkte, die ich nicht zum sofortigen Gebrauch bestimmt sind, bevorzugt im Internet ein. Nun aber zu der Betrugsvermeidung.

Diese Grundregeln nie vergessen (Folie 2)

Ist das Impressum vollständig

Damit man Reklamationen geltend machen kann oder im Extremfall auch gerichtlich gegen den Verkäufer vorgehen kann, braucht man zwingend eine sogenannte (gerichtlich) ladungsfähige Adresse. Dazu gehört eine nicht abgekürzter
  • Vornamen und Nachnamen, 
  • vollständige Postadresse, kein Postfach, 
  • Handelsregistereintragung, 
  • kostenfreie Telefonnummer und
  • E-Mailadresse. 
Gern wird keine Telefonnummer angegeben, sondern nur ein Kontaktformular. Das wäre zulässig, wenn eine Antwort innerhalb einer Stunde erfolgt. Nach meiner Erfahrung bekommen Sie aber in der Regel erst nach Tagen eine Antwort. Bei einem Unternehmen, dass telefonisch nicht oder schlecht erreichbar ist, würde ich nicht einkaufen, weil ich damit rechnen muss, dass der Kundendienst schlecht ist.Fehlt das Impressum ganz oder teilweise, dann Finger weg, dort keinesfalls einkaufen.
Im Zweifel vergleichen Sie das Impressum mit dem Telefonbuch im Internet. Wenn es keinen Telefonbucheintrag gibt, ist das ein Hinweis auf ein erfundenes Impressum. Nur bei ganz frisch gegründeten Unternehmen könnte es ausnahmsweise sein, dass der Telefonbucheintrag noch nicht existiert.
Im Ausland gibt es keine Impressumspflicht nach deutschem Muster. Auch wenn es bei ausländischen Firmen nicht zwingend ein Hinweis auf betrügerisches Vorgehen ist, würde ich dort nicht einkaufen, weil sie im Streitfall nicht wissen, an wenn sie sich wenden müssen.

Impressum auf Echtheit prüfen

  • Telefonbucheintragung, evtl. dort anrufen
  • Handelsregisternummer im Handelsregister abfragen
  • Mit dem Zertifikat vergleichen
  • Impressum aus dem Ausland
Ein Firmensitz im Ausland außerhalb der EU oder auf den Malediven ist schon extrem verdächtig.  Lieferanten aus dem Ausland prinzipiell zu meiden wäre schon hirnrissig. Der internationale Handel gewinnt auch für den Privatmann zunehmend an Bedeutung. Innerhalb der EU ist das Handelsrecht vereinheitlicht worden, so dass es genauso sicher ist innerhalb der EU einzukaufen, als in Deutschland. Weil wegen der in Deutschland sehr guten Kaufkraft werden viele Produkte in Deutschland zu überhöhten Preisen angeboten.  Mit englischen Sprachkenntnissen ist man natürlich im Vorteil.

Impressum passt zum Zertifikat (Folie 3)

Spätestens bei der Kaufabwicklung muss die sichere, verschlüsselte Datenübertragung aktiviert sein. Das hat für sie zwei Vorteile:

  1. Dritte können die Transaktion nicht mitlesen
  2. Der Zertifikatsgeber garantiert, dass der Webseitenbetreiber seine Identität nachgewiesen hat.
Weltweit gibt es sehr hohe Anforderungen an diesen Identitätsnachweis. Nach meinem Kenntnisstand wurden diese digitalen Zertifikate noch nie gefälscht.

Gute unabhängige Bewertungen

Suchen Sie nach Erfahrungsberichten zu dem Händler und zu dem Produkt. Beachten sie, dass viele Händler die Bewertungen selber schreiben lassen. Diese gefakten Bewertungen erkennen Sie an einwandfreier Rechtschreibung, sind überschwänglich, enthalten technische Details. Die Fälscher werden immer geschickter und bauen absichtliche Rechtschreibfehler ein. Es erfordert einigen Spürsinn, um gefälschte Bewertungen zu erkennen. Aber auch bei den echten Bewertungen ist Vorsicht angebracht. Manche Kunden überbewerten unwichtiges oder sind sehr emotional. Lesen Sie möglichst viele Bewertungen von unterschiedlichen Webseiten, um ein halbwegs zuverlässiges Bild zu bekommen.


Bekannte Gütesiegel

Gütesiegel wie "TrustedShop" geben Ihnen die Sicherheit, dass die Kaufabwicklung korrekt abläuft. Sie sind  abgesichert, wenn Sie bezahlt haben, aber keine Ware erhalten. Es ist kein Qualitätskennzeichen für die Produkte. Wenn sie auf das Logo klicken, müssen sie auf die Webseite von TrustedShop geleitet werden und das Ranking dieses Händlers lesen können.
Wenn sie einem Zertifikat vertrauen wollen, lesen sie vorher genau durch, welche Garantien gegeben werden. Es gibt auch Zertifikate die wertlos sind, weil sie keine Garantiegeber sind!


Preise realistisch (Folie 4)

Seien sie umso skeptischer, je preisgünstiger ein Artikel ist. Es ist gerade im Kosmetikbereich normal, dass schlechtere Produkte das 10-fache im Vergleich zu besseren Produkten kosten. Das meine ich nicht. Aber wenn sie das neueste iPhone für angebliche 10,64 € oder ein Audi A1 für 338,69 € kaufen können sollen, dann müssen alle Alarmglocken laut klingeln.

Betrüger lassen sich immer neue Maschen einfallen, die in einem gesetzlichen Graubereich arbeiten. Die aktuelle Masche sind die sogenannten Centauktionen. Sich damit näher zu beschäftigen lohnt die Zeit nicht. Weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Anbietern findet ihr unter: https://sommitest.wordpress.com/2015/03/06/madbid/. Hier hat ein Betroffener die Masche haarklein beschreiben.
Ich rechne damit, dass der Gesetzgeber diesem Treiben irgendwann ein Ende setzen wird. Dann wird es neue Maschen geben.
Das einzige was hilft, ist es, seien sie skeptisch bei auffällig unrealistisch günstigen Angeboten.

AGB's und Vertrag vollständig gelesen

Viele auch "seriöse" Unternehmen verstecken Fallstricke in AGB's oder im Kaufvertrag. Sie als Privatkunde sind da etwas besser gestellt, als der Geschäftskunde, weil es in AGB's und Kaufvertrag keine überraschenden Klauseln mehr geben darf. Aber besonders Verlage, Strom- und Gasversorger, Mobilfunkanbieter halten sich da häufig nicht dran. Also besser vorsorgen und das Kleingedruckte ganz genau durchlesen. Die Texte müssen 100%-ig verstanden sein. Ich weiß, das ist sehr mühsam. Aber es ist unvermeidlich, wenn man hinterher eine gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden will. Aber langfristige Verträge schließt man ja auch nicht jeden Tag ab.

Anti-Virus-Programm ist aktuell

Sogenannte Viren und Trojaner können Passworte klauen und Transaktionen ohne ihr Wissen durchführen!

Sie müssen nicht unbedingt ein teures Anti-Virus-Programm kaufen. Kostenfreie Programme (z. B. AVIRA, AVAST) tun es auch. Führen sie die regelmäßigen Updates durch. Kein Anti-Virus-Programm  kann 100%-ige Sicherheit garantieren! Die einzige Vorsichtsmaßnahme, die sie treffen müssen, ist eine regelmäßige Datensicherung. Im Falle eines Befalls formatieren sie die Festplatte und sichern alle Daten zurück. Damit sind sie den Virus auf jeden Fall und mit Sicherheit los.
Einen Virus oder einen Trojaner deaktivieren alle Anti-Virenprogramme. Auch wenn ihr Anti-Viren-Programm keinen Virus meldet, aber dadurch, dass ihr Anti-Viren-Programm deaktiviert ist, verrät sich der Virus. Ein Entfernen des Virus ist aussichtslos!
Führen Sie nie ein Update aus, wenn Sie in einer E-Mail dazu aufgefordert werden.

Gerichtlicher Mahnbescheid (Folie 5)

Mit gerichtlichen Mahnbescheiden sollten Sie sich aus zweierlei Sicht auskennen.
  1. Als Empfänger. Manche Betrüger verschicken Mahnbescheide oder Schriftstücke, die so ähnlich aussehen, um die Empfänger zur Zahlung einer unberechtigten Forderung zu bewegen. Wenn es wirklich ein gerichtlicher Mahnbescheid ist, müssen Sie sofort Widerspruch bei Gericht einlegen, sonst wird aus einer an sich unberechtigten Forderung eine Forderung, gegen die sie sich nicht mehr wehren können. Aber zu einem gerichtlichen Mahnbescheid kommt es selten, weil dieser Geld kostet. Dieses Geld ist für den Betrüger verloren, weil er vor Gericht immer verlieren würde. In der Regel versuchen Sie über Drohmails Geld einzutreiben.
  2. Als Mahnender. Es kommt schon mal vor, dass auch ansonsten seriöse Unternehmen sich vor einer Zahlung drücken. Jetzt auf keinen Fall denken, ich komme da ja sowieso nicht gegen an. Ganz im Gegenteil, von uneinsichtige Händlern oder Lieferanten können sie mit dem Mittel des "gerichtlichen Mahnbescheids" schnell und unkompliziert ihr Geld bekommen. Haben Sie eine berechtigte Forderung und haben eine klagefähige Adresse sollten sie nicht zögern, selbst einen gerichtlichen Mahnbescheid zu verschicken. Für die klagefähige Adresse brauchen Sie wieder das Impressum. Deshalb ist das Impressum so wichtig.
Sowohl für die Erstellung eines Mahnbescheides für Forderungen im In- und Ausland kommen Sie ohne anwaltliche Hilfe aus.
Einem berechtigten gerichtlichen Mahnbescheid zu widersprechen ist sehr unklug, weil die dann folgende gerichtliche Auseinandersetzung richtig teuer wird.

Gewährleistung ist im Internet für den Kunden besser als im Laden (Folie 6)

Nur weil sie ein Produkt im Internet gekauft haben, kann die Gewährleistung nicht ausgeschlossen oder eingeschränkt werden. Falls ein Händler das versucht, drohen sie ihm mit Klage und wenn er nicht sofort spurt, klagen sie. Sie gehen kein Risiko kein.

Häufige Vorwände, wieso eine Leistung verweigert wird.
  • Wir sind nur der Händler, wenden Sie sich bitte an den Hersteller.
  • Der Flug ist ausgefallen oder erheblich verspätet. Die Fluggesellschaft drückt ihr Bedauern aus. Stattdessen hätte sie aber erhebliche Entschädigungen bezahlen müssen. Diese Entschädigungen fallen auch bei Billigflügen an. Maschinenschaden ist eine beliebte Ausrede.
  • Die Rücksendekosten bei Reklamationen müssen vom Händler getragen werden. Aber bei Rücksendung wegen Nichtgefallen trägt der Kunde die Rücksendekosten. Wenn in diesem Fall der Händler auch die Rücksendekosten trägt, ist das bei Kleidung zwar üblich, aber reine Kulanz.
Allgemein gilt, egal ob sie im Ladengeschäft oder im Internet kaufen:
Vertragspartner und damit Ansprechpartner bei Reklamationen ist immer derjenige, bei dem sie gekauft haben, also derjenige, der das Geld bekommen hat. Davon gibt es keine Ausnahmen!

Wie bezahle ich am sichersten

Folie 7 zeigen.
  • Vorkasse: Für den Händler ist es zwar sicher, aber sehr arbeitsaufwändig, weil die Kontoauszüge mit den Bestellungen abgeglichen werden müssen. Wenn sie bei einem Händler bestellen, der das TrustedShops-Siegel führt, gehen sie kein Risiko ein, weil diese bei Unregelmäßigkeiten einspringen. Händler mit wiederholten Unregelmäßigkeiten werden von TrustedShops gekündigt.
  • Rechnung: Für den Händler ist das der unsicherste Bezahlweg, weil er das Risiko des Zahlungsausfalls hat. Wenn, dann bedient er sich eines Inkassodienstleisters, wie z.B. Billsafe, der ihm gegen eine Gebühr das Zahlungsausfallrisiko abnimmt. Kunden ohne eine erstklassige Solvenz, haben keine Chance per Rechnung zu bezahlen. Kein Händler wird Ware, ohne die Sicherheit, dass sie auch bezahlt wird, abschicken.
  • Paypal: Ist die bequemste und sicherste Variante für beide Seiten. Der Händler hat den Vorteil, dass das Geld sofort gutgeschrieben ist und die Ware sofort abgeschickt werden kann. Sollte die Ware fehlerhaft sein oder nicht ankommen erstattet Paypal den Kaufpreis. Händler mit wiederholten Unregelmäßigkeiten werden von Paypal gekündigt.
  • Kreditkarte:  Ähnlich wie bei Paypal garantiert das Kreditkartenunternehmen bei Betrügereien. Auch hier sollten sie wie bei allen Bezahlvorgängen nur über sichere Seiten, erkennbar am https: bezahlen. Ich rate dazu, sich auf jeden Fall eine Kreditkarte zuzulegen. Eine Kreditkarte bekommt jedermann, selbst Minderjährige und bei schlechter Solvenz. Diese Art von Kreditkarten können dann nur im Rahmen des Guthabens belastet werden. Kreditkarten sind gerade bei Auslandsreisen sehr sinnvoll. Flüge und Mietautos sind häufig nur über Kreditkarte bezahlbar. Wer größere Bargeldbeträge auf Reisen dabei hat und bestohlen wird, ist selber schuld. Größere Bargeldbeträge auf Reisen ist grob fahrlässig!
  • Lastschrift: Unsicher für den Händler. Mit zusätzlichem Arbeitsaufwand verbunden. Sicher für den Kunden, weil er die Abbuchung zurück buchen kann.

Jetzt geht es los:
1. Schritt: Paypal-Konto einrichten
2. Schritt: Kostenfreie Kreditkarte beschaffen
3. Schritt: Konto bei EBAY und AMAZON anlegen.
4. Schritt: Geld sparen

Die Folien

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