Die ersten Schritte mit einem Smartphone

Dieser Vortrag ist für diejenigen bestimmt, die erst seit Kurzem ein Smartphone besitzen oder beabsichtigen in Kürze ein Smartphone zu kaufen.

Deshalb zuerst ein paar grundsätzliche Begriffserklärungen:


Ein Smartphone bedeutet wortwörtlich ins Deutsche übersetzt "intelligentes Telefon". Das trifft den Nagel noch nicht so ganz richtig auf den Kopf. Es kann erst einmal alles, was auch ein Handy kann. Ein Handy kann aber immer nur das, was ihm der Hersteller einprogrammiert hat und kein bisschen mehr. Schluss, aus fertig, die Funktionen sind in Stein gemeißelt.
Anders ein Smartphone, das ist wie Knetmasse. Was man damit machen kann bestimmen nur sie allein. Er ist ein Rohling, dem das Betriebssystem und einige Grundfunktionen, sogenannte App's, mitgegeben wurden. Er ist ein Computer, der zwar kleiner ist, aber trotzdem noch mehr kann. Was genau eine App ist, erkläre ich nachher noch einmal ausführlich. Aber der Clou ist im Gegensatz zum Handy die Erweiterbarkeit. Nur die Phantasie des Anwenders wandelt ein Smartphone von einem Pferdefuhrwerk in einen Rennwagen. Wie das geht, nachher mehr.

Smartphone und Tablett-PC unterscheiden sich eigentlich nur durch die Größe, sind in der Funktionsweise jedoch nahezu identisch.

Android, Apple iOS, Blackberry, Windows Phone, Symbian sind Betriebssysteme. Ein Betriebssystem könnte man vereinfachend auch als die Basissoftware bezeichnen, die alle anderen Programme benötigen, um überhaupt funktionieren zu können. Android hat ca 60% Marktanteil, Apple iOS ca 30%. Die restlichen Prozente verteilen sich auf die übrigen BS. Ich rate immer zu den beiden ersten, weil da die Wahrscheinlichkeit am Größten ist, dass sie auch noch die nächsten 5 Jahre exitieren. Zur Zeit werden auch nur für diese beiden Apps angeboten.

Naja, ein Smartphone bekommt man nicht so einfach gegen seinen Willen geschenkt. Naja, manche werden etwas überrumpelt, wie in dem folgenden Beispiel. Es kommen mehrere mögliche Gründe zusammen:
  • Das alte Mobiltelefon ist defekt und muss ersetzt werden.
  • Man möchte selber nicht zum alten Eisen gehören und sich mit der Technik auseinander setzen.

Damit es so nicht endet sind Sie jetzt bei mir.

Mit dem wichtigsten heimlichen Vorurteilen möchte ich als erstes Aufräumen:
  • Smartphones und die moderne Technik ist nur was für Jüngere.
  • Ich bin zu alt dafür. Ich verstehe das sowieso nicht.
  • Ich brauche sowas sowieso nicht. Nur um zu telefonieren? Da hätte es mein altes Handy auch getan. 
 Die meisten Menschen unterschätzen ihre Fähigkeiten gewaltig und trauen sich viel weniger zu als sie wirklich können. Ich habe in meiner Berufspraxis erlebt, dass gerade die Älteren, nachdem sie ihre anfänglichen Ängste überwunden hatten und sich bloß keine Blöße geben wollten, sich richtig in die neue Technik hinein gekniet hatten und dadurch im Endeffekt den Jungen weit überlegen waren. Genauso kann es mit den Smartphones laufen.
Ich gebe zu, die Geräte haben ihre eigenen Bedienkonzepte, die sich nicht jedem sofort erschließen. Es ist wie mit dem Auto fahren. Wenn die Anordnung der Fußpedale und der Gangschaltung erst mal verinnerlicht sind, braucht man beim Fahren nicht mehr darüber nachzudenken.

Nur Auto fahren ist viel aufwendiger und riskanter. Eine falsche Reaktion und es kann zu einem folgenschweren Unfall kommen. Wenn sie das Smartphone falsch bedienen passiert :...... gar nichts. Im schlimmsten Fall tut es einfach nicht was es soll.

Wenn sie ihr Smartphone noch nicht ausgepackt haben, lassen Sie sich nicht von der Bedienungsanleitung irritieren, da stehen ohnehin nur sie eminent wichtige Dinge drin wie: Tauchen sie das Gerät nicht unter Wasser. Lassen Sie es nicht aus 20m Höhe fallen. Wenn Sie mit dem Hammer drauf schlagen, könnte es Schaden nehmen. Das sind so wichtige Hinweise, die ihnen sicherlich neu sind. ->Lacher
Der einzige wichtige Hinweis ist vielleicht, wie sie das Gerät öffnen und die SIM-Karte einsetzen. Das ist manchmal vigeliensch. Die SIM-Karte (subscriber identity module) ist diese kleine Karte mit goldfarbenen Kontakten drauf. Achten sie auf die Abschrägung! Setzen sie die Karte genau nach Anleitung ein.
Wichtig: Die Mappe mit den Passworten / PIN's haben sie sehr sorgfältig auf.

SIM-KarteIhre SIM-Karte sieht ähnlich aus.


Aber ansonsten brauchen sie keine Zeit mit der Bedienungsanleitung vergeuden. Schalten Sie das Gerät einfach ein und legen los. Der Ein-Aus-Schalter ist meistens oben rechts und muss mehrere Sekunden gedrückt werden. Wer sich total unsicher ist, lässt sich bei der ersten Einrichtung helfen. Dabei werden Name, Adresse und E-Mailadresse eingegeben.
Dann aber beginnt das Abenteuer. Es ist wie ein Labyrinth. Sie wissen nicht, was sie zuerst tun sollen. Gehen Sie nach der alten Fernsehtechnikermethode vor. Was ist diese Methode? Sie wissen es nicht.
Früher waren Dutzende von Röhren in so einem Fernseher eingebaut. Nun der Techniker hat eine Röhre nach der anderen ausgetauscht, bis der Fernseher wieder lief und die defekte Röhre gefunden war.
Machen Sie es genauso. Probieren sie es einfach mal aus:
  • Kurz tippen
  • Lang tippen
  • doppelt tippen
  • wischen
  • nach links wischen
  • nach rechts wischen
  • nach oben wischen
  • nach unten wischen
Meißtens passiert irgend etwas. Sie werden eine gewisse Systematik beobachten:
  1. Kurzes Tippen startet eine App (Application=Anwendung=Programm) oder öffnet einen Eintrag. Alte Hasen werden merken, es ist die gleiche Funktion wie beim PC ein Klicken mit der linken Maustaste.
  2. Langes Tippen bearbeitet einen Eintrag. Es ist die gleiche Funktion wie beim PC ein Klicken mit der rechten Maustaste.
  3. Mit Wischen oder Ziehen kann man zum nächten Eintrag / Bild blättern.
Wie überall, jede App funktioniert anders, aber die prinzipielle Bedienung ist überall gleich. Wie beim Auto, dort sind die Fußpedale auch immer in der selben Anordnung. Es führt kein Weg daran vorbei, einfach überall mal drauf tippen und sehen was passiert.
Was tun, wenn man gar nicht mehr weiter kommt? Tante Google fragen! Die weiß alles!!! Gründlich lesen und wenn man dann immer noch nicht weiter weiß, darf man auch ruhig mal fragen. Ich rate dringend davon ab, zu versuchen, die Bedienung zu erlernen, nur dadurch, dass man andere fragt. Der Lerneffekt ist gleich Null.

Wenn sie den ersten Kontakt mit dem neuen Smartphone hinter sich haben, wenden sie sich wieder der Bedienungsanleitung zu. Denn ganz überflüssig ist die Bedienungsanleitung natürlich doch nicht. Man sollte sie schon einmal durchlesen. Aber eine Beschreibung, wie alle App's funktionieren, können sie dort nicht finden. Eventuell ist die Bedienung der mitgelieferten Apps beschrieben. Es ist wie bei der Bedienungsanleitung eines Autos. Dort stehen so nützliche Dinge drin, wie man das Öl wechselt oder die Glühbirnen austauscht, aber die Verkehrsregeln werden dort nicht erklärt. Genauso ist es mit dem Smartphone.

GEBEN SIE NICHT AUF! Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Geben sie sich selbst mehrere Wochen Zeit.

Irgendwann können sie damit telefonieren, Emails schreiben und Kontakte verwalten. Das sind die wichtigsten Funktionen. Aber das ist, als wenn sie mit einem Rennwagen zum Einkaufen fahren. Das Smartphone kann viel mehr. Die Funktionen sind fast nur durch ihre eigene Vorstellungskraft begrenzt.
Was man sonst noch alles damit anfangen kann, beschreibe ich jetzt im Zweiten Teil: "Was man sonst noch mit einem Smartphone machen kann."


Wo sie sich Hilfe holen sollten:
  • Die Hotlines der Hersteller. Unterschiedlich gut, unterschiedlich teuer.
  • Samsung bietet kostenfreie Unterstützung per Fernwartung an.
  • Suchen sie auf Google
  • Auf Youtube findet man hervorragende Erklärungen.
 Wo sie sich keine Hilfe holen sollten:
  • Zeitschriften sind mit Fachbegriffen überladen.


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