Vorsicht vor Verteilerlisten

E-Mailadressen müssen möglichst sorgsam gehütet werden. Wieso? 

Wenn man an eine Postadresse Werbung schickt, kostet das richtiges echtes Geld. Der Absender überlegt sich ganz genau, ob er diese Ausgabe tätigen will. Eine E-Mail zu schicken kostet nichts. Was liegt also näher, als abertausende von Werbe-Emails zu verschicken, egal ob das den Empfänger interessiert oder nicht. In der Regel ist der Empfänger im harmlosesten Fall nur belästigt. In Deutschland ist Werbung per Mail zu recht verboten und nur wenige missachten dieses Gesetz. Aber im Ausland ist deutsches Recht wirkungslos. Also werden wir mit Werbe-Emails aus dem Ausland zugemüllt. Das will keiner.
Aber es kommt noch schlimmer: "Die Mailadresse hat immer mehr dieselbe Funktion wie eine Kontonummer". Und damit lässt sich richtig viel betrügerischer Unfug treiben. Wer wissen will wie, braucht nur die einschlägigen PC-Zeitschriften zu lesen.
Es braucht nur ein einziger der Empfänger ein Virus oder Trojaner auf seinem PC zu haben und schon ist es passiert. Diese Programme sind darauf speziealisiert, Verteilerlisten auszuspähen. Ohne dass der Empfänger es merkt, sind hunderte Mailadressen an einen SPAM-Versender oder auch an einen Hacker weiter geleitet.

Es gibt also triftige Gründe, die Mailadresse geheim zu halten.

Vielfach werden in Vereinen und in beliebigen Organisationen E-Mails an eine Vielzahl von Empfängern geschickt. Vielen ist gar nicht bewusst, welcher Sprengstoff in diesen Verteilerlisten steckt. Im vorherigen Absatz habe ich beschrieben, wie er gezündet wird. Was können und müssen wir also tun, damit unsere wertvollen Mailadressen möglichst wenig Personen bekannt ist.
  1. In E-mails für Verteilerlisten immer das BCC-Feld nutzen. Was ist BCC? Auf englisch meint das Blind Carbon Copy. Es kommt aus der Zeit des Kohledurchschreibpapiers. Kohle=Carbon.
    Sinngemäß übersetzt: Unsichtbare Kohlepapierdurchschrift. Auf unsere neumodischen E-Mails übertragen bedeutet das, dass der erste Empfänger nicht sehen kann, wieviele Durchschriften oder Kopien und an wen geschickt wurden. Genau das wollen wir. Keiner sieht, wer noch außerdem diese Mail bekommen hat. Das ist zwar kein absoluter Schutz, aber besser als die Mailadressen hinaus zu posaunen.
    CC bedeutet Carbon Copy, also Durchschrift. Im Gegensatz zu BCC werden hier die Empfängeradressen nicht versteckt. Es gibt keinen technischen Unterschied zum An-Feld. Egal ob das AN oder das CC-Feld benutzt wird, die E-Mailadressen werden offenbart. Nur empfehlenswert bei ganz wenigen Empfängern und wenn beabsichtigt ist, dass jeder wissen soll, wer sonst noch diese Mail bekommen hat.
  2. Benutzen Sie Wegwerf-E-Mailadressen, wenn Sie eine Mailadresse nur für kurze Zeit benötigen. Ein Beispiel siehe https://mail1a.de/.
  3. Benutzen Sie ein aktuelles Antivirenprogramm, um zu verhindern, dass sich überhaupt Trojaner einschleichen.
  4. Wer es ganz perfekt machen möchte, verschlüsselt seine Mails. Kostet nichts und ist nur ein geringer einmaliger Zeitaufwand. Hier habe ich beschrieben, wie es geht.

Kommentare