Finger weg von Centauktionen

Dem Leser wird suggeriert, er könne für wenig Geld (unter 20 Euro) ein hochwertiges Gerät z.B. von Apple ersteigern. 2015-05-28-1432839948-3960791-hammer719062_300.jpg Der Kunde braucht Gebotspunkte, die je nach Anbieter zwischen 0,50 und 1,00 Euro kosten, aber den Gebotspreis nur um jeweils 1 Cent erhöhen. Wird der Bieter nicht Gewinner der Auktion, sind alle Gebotspunkte verloren. Der Gewinner bezahlt den Gebotspreis, der meist bei lächerlichen Beträgen unter 20 Euro liegt. Mit diesen Beträgen wird in Onlineanzeigen geworben. Zusätzlich natürlich die Kosten für die Gebotspunkte, die ein vielfaches darüber liegen. Die Gebotspunkte der Mitbieter werden vom Auktionshaus natürlich auch noch vereinnahmt. Eine weitere Unwägbarkeit liegt darin, dass das Ende der Auktion nicht festgelegt ist. Dadurch ist es ein Glücksspiel, das eigentlich genehmigungspflichtig ist. Der Internetnutzer sollte eigentlich skeptisch werden, wenn ihm Produkte weit unter Wert angeboten werden. Er sollte überlegen, dass niemand etwas unter Wert verkauft. Die Auktionshäuser finden fadenscheinige Argumente für die vorgeblich niedrigen Verkaufspreise. Die alten EBAY-Hasen wissen, dass neue Elektronik nur um maximal 10%, allerhöchstens 20% im Preis schwankt. Niemand wäre so blöd, ein iPhone mit einem Neupreis von z.B. 600 Euro für 20€ zu versteigern. Weil der Kunde jetzt nicht mehr getäuscht werden kann, dass er jetzt etwas bezahlen muss, wird er über die Kaufpreishöhe getäuscht. Da hat sich nun der Gesetzgeber mit dem "Jetzt kostenpflichtig kaufen"-Button etwas sinnvolles ausgedacht. Prompt wird der Kunde über die Höhe des Kaufpreises getäuscht und damit das neue Gesetz ausgehebelt. Der Gesetzgeber ist jetzt erneut gefordert, diese Art der Versteigerung zu verbieten. Das Gros der sogenannten Erfahrungsberichte sind vom Anbieter selbst geschrieben. Erkennbar an himmelhochjauchzender Begeisterung und an der korrekten Rechtschreibung. Wer hat echte Erfahrungen und berichtet darüber.

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