Im Internet sicher einkaufen

Voraussetzungen, dass man sie betrügen kann

Jeder Betrüger, der ihnen unter irgend einem Vorwand Geld aus der Tasche ziehen möchte, braucht ihren Namen, Adresse, Kontoverbindung, E-Mailadresse, Mobilfunknummer usw.
Wenn sie von einer bekannten Quelle einkaufen, müssen sie natürlich ihre Daten angeben, aber sie sollten sich vergewissern, dass es sich wirklich um die Seite der Bank oder des Händlers handelt. Wie das geht, erkläre ich an anderer Stelle.
Solange sie diese persönlichen Daten nicht irgendwo eintippen, kann ihnen nichts böses passieren. Computerviren können sie natürlich trotzdem bekommen, aber wie sie die verhindern, gehe ich getrennt noch mal ein. Im schlimmsten Fall müssen sie das Betriebssystem Windows noch einmal neu installieren. Aber wenn sie keine persönlichen Daten herausgeben, weiß der Betrüger nicht, mit wem er es zu tun hat.

Woran erkenne ich unseriöse Webseiten.

  1. Der Anbieter hat kein vollständiges Impressum. Zu einem Impressum gehört die sogenannte ladungsfähige Adresse. Das heißt ein Gericht muss seine Post zustellen können. Vor- und Zuname müssen ausgeschrieben sein. Ein Postfach ist nicht zulässig. Ein kostenfreie Telefonnummer, die auch erreichbar ist, muss vorhanden sein. Handelsregister oder Steuernummer, Zulassungsbehörde (wenn eine Zulassung erforderlich ist) müssen genannt sein. Nicht alle seriösen Händler haben ein vollständiges Impressum. Ein unvollständiges Impressum sollte immer zu erhöhter Skepsis führen. Impressumpflicht gibt es im Ausland nicht. Wenn sie im Ausland einkaufen, googeln sie nach der Firma. Kombinieren sie den Firmennamen mit dem Wort "Erfahrung". Bei unseriösen Unternehmen erhalten sie dutzende von wütenden Kommentaren, dass der Kunde betrogen wurde. Einzelne negative Bewertungen sollten sie aber ignorieren.
  2. Wenn ihnen die Firma nicht bekannt ist, googeln sie mit "Firmenname" und "Erfahrung" danach wie bei ausländischen Unternehmen. Ignorieren sie Einträge, die offensichtlich vom Unternehmen selber stammen. Betrüger erstellen massenweise getürkte Erfahrungsberichte. Die getürkten Erfahrungsberichte erkennen sie an der zu positiven Bewertung und häufig auch an der korrekten Rechtschreibung oder es wird wenig Konkretes beschrieben. Mit etwas Übung können sie echte und getürkte Bewertungen immer schneller erkennen. Ein 100%-iges Kriterium gibt es nicht: Geübte Bewertungsschreiber machen absichtliche Rechtschreibfehler und beschreiben auch unbedeutende kleine Mängel.
  3. Das Produkt oder die Dienstleistung kostet weit unter dem Üblichen. Bedenken Sie, niemand kann etwas verschenken! Lesen sie sich das Kleingedruckte besonders genau und kritisch durch. Auch wenn es mühsam ist, sie müssen jeden Satz genau verstanden haben. Falls es zur gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, können sie sich nicht darauf berufen, dass das Lesen des Kleingedruckten zu mühsam war oder dass sie es nicht verstanden haben. Eigentlich sollten sie das Kleingedruckte auf bei seriösen Unternehmen genau lesen. Scheuen sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Bedeutung des Kleingedruckten zu verstehen. Falsche Scheu kann ihnen viele tausende Euros kosten.

Branchen, wo sie besonders vorsichtig sein müssen.

  1. Mobilfunk (Der Tarif gilt nur für kurze Zeit)
  2. Internettarife (Der Tarif gilt nur für kurze Zeit)
  3. Flugreisen (Zusatzkosten werden nicht alle genannt)
  4. Energie (Der Tarif gilt nur für kurze Zeit. Rückvergütungen werden nur gezahlt, wenn sie den Tarif verlängern.)
  5. Versicherungen (Der Versicherungsumfang ist schwer erkennbar. Auch bei seriösen Unternehmen.)
Allgemein gilt: Je verführerische das Angebot aussieht, desto kritischer müssen sie sein. Immer alles genau lesen!

Sonstiges:
  1. Benutzen Sie ein aktuelles Antivirenprogramm.
  2. Machen sie alle Aktualisierungen (Updates) mit.
  3. Wenn sie durch eine Email zum Update aufgefordert werden, ist das mit Sicherheit ein Virus.

Beispiel einer betrügerischen Seite:
Hier hilft es nur noch den Browser zu deinstallieren und neu zu installieren.

    Weitere hilfreiche Seiten:
    Die Verbraucherzentralen
    PCWELT- Die 10 fiesesten Online-fallen
    Norton: cybercrime-stories-koby



    Quelle: Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung MV

    60 Tipps und Hinweise

    Internetsicherheit allgemein

    Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Auch hier gelten Recht
    und Gesetz. Dass heißt, Sie haben dieselben Rechte, als wenn Sie in einem Ladengeschäft einkaufen.

    Hüten Sie Ihre persönlichen Daten, so wie in der realen Welt.
    Das Internet hat ein langes Gedächtnis. Einmal eingestellt, sind
    Daten nur sehr schwer wieder zu entfernen. In Wirklichkeit nie wieder zu entfernen.

    Machen Sie sich bewusst, dass Ihre persönlichen Daten für viele
    sichtbar und von Wert sind. Mit persönlichen Daten können Betrügereien betrieben werden.

    Auch Sie hinterlassen mit einer Protokolladresse bei jeder Aktion
    im Internet Spuren. Benutzt die Industrie für Werbung zu Produkten, die Sie sich schon Mal angeschaut haben.

    Niemand hat im Internet etwas zu verschenken, viele Dienste werden
    durch Werbung und Datennutzung finanziert.

    Widersprechen Sie der Nutzung Ihrer Daten zum Zweck der Werbung,
    Markt- und Meinungsforschung bei den Unternehmen. Nicht gefährlich, aber extrem lästig.

    Beenden Sie nach vorherigem Anmelden eine Internetsitzung im
    Anschluss auch immer über die Abmeldefunktion. Nur wichtig, wenn weitere Personen Zugriff auf den PC haben.

    Installieren und aktualisieren Sie eine Virenschutzsoftware auf
    Ihrem Computer und starten Sie regelmäßig einen Suchlauf. Sie
    können diese für den privaten Gebrauch zum Teil kostenlos im Internet
    herunterladen. Darüber hinaus sind Programme mit umfangreicheren Diensten in der Regel kostenpflichtig zu beziehen. Bringen aber keinen Sicherheitsgewinn. Keine Virenschutzsoftware bietet eine 100%-ige Sicherheit! Einen absoluten Schutz bietet nur eine regelmäßige Datensicherung.

    Aktualisieren Sie regelmäßig Ihr Betriebssystem und Ihren Internetbrowser
    (z. B.: Windows-Update, Windows-Explorer-Update), um
    Sicherheitslücken zu schließen, über die sonst ungehindert Schadsoftware
    eindringen könnte. Für eine zeitnahe Auffrischung des
    Schutzes ist es sinnvoll, automatische Update-Dienste zu nutzen. Nur den Update durch Microsoft nutzen. Andere Software kann seinerseits Viren enthalten.

    Schränken Sie den Zugriff auf Ihren Computer ein (Firewall, Benutzerkonten). Benutzen Sie die in Windows eingebaute Firewall. Verwenden Sie einen Benutzer ohne Administratorrechte (also ohne das Recht, Programme zu installieren).

    Nutzen Sie Programme, die Sie vor unseriösen Internetseiten
    warnen. Z.B. Web of Trust (WOT)

    Kombinieren Sie Passwörter mit Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen
    von mindestens 8 Stellen.
    Wählen Sie keine Passwörter aus dem Wörterbuch, Namen, Geburtsdaten
    oder einfache Zahlen- und Buchstabenfolgen.
    Bilden Sie zum Beispiel einen einprägsamen Satz und nutzen
    Sie die Anfangsbuchstaben der Wörter und die Satzzeichen als
    Passwort.
    Speichern Sie Passwörter keinesfalls auf dem Computer, sondern in einem Notizbuch. Passwort müssen sehr sorgfältig und in unmissverständlicher Schreibweise notiert werden. Immer Webseite, Benutzer-ID und Passwort notieren. Groß- und Kleinschreibung beachten.

    Ein regelmäßiger Wechsel des Passwortes erhöht die Sicherheit.

    Verwenden Sie für verschiedene Zugänge keine einheitlichen
    Passwörter.

    Bevorzugen Sie vertrauenswürdige Internetseiten, die Ihnen
    bekannt sind oder empfohlen wurden. Ist Quatsch, sonst hätten Newcomer keine Chancen am Markt. Recherchieren Sie stattdessen nach Bewertungen durch andere Kunden. Aber Achtung, viele besonders himmelhoch jauchzende Bewertungen sind gefälscht. Gefälschte Bewertungen sind auch häufig an der perfekten Rechtschreibung zu erkennen.

    Prüfen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das
    Impressum Ihnen unbekannter Anbieter. Das Impressum muss vollständig (Vorname, Name, Anschrift, Rechtsform, evtl. Zulassungsnummern) sein.
    Achten Sie auf Zertifikate, Gütesiegel und Hinweise in Bewertungsportalen, um seriöse Anbieter zu finden. Aber Achtung viele Gütesiegel sind gefälscht oder das Gütesiegel ist ohne Aussage.

    Überprüfen Sie bei Online-Auktionen das Profil Ihres potentiellen
    Vertragspartners. Einzelne Bewertungen von Kunden, die an allem was zu mäkeln haben, sind ohne Bedeutung. Mehrere Bewertungen: Ware nicht geliefert, Betrugereien usw. sind ein KO-Kriterium.

    Beziehen Sie keine Medikamente von unseriösen Anbietern im
    Internet. Versandapotheken, die eine europäische Apothekenzulassung haben sind seriös.

    Nutzen Sie verschlüsselte Verbindungen (auf https:// und Schlosssymbol
    in der Adresszeile achten) und bevorzugen Sie sichere Bezahlverfahren,
    wie Bankeinzug oder Rechnung.
    Informieren Sie sich auch über gebührenpflichtige, aber sichere
    Internetbezahlverfahren (z. B.: Paypal, Firstgate).

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